Winkelstedt, Wustrewe und Faulenhorst
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Die Ortsteile im Überblick
- ZUGEHÖRIGKEIT:Winkelstedt, mit Faulenhorst und Wustrewe ist seit dem 1. Januar 2009 ein Ortsteil der Stadt Kalbe
- LAGE:Der Rundlingsort Winkelstedt und seine Ortsteile - beides Straßendörfer - liegen zwischen Kakerbeck und Kalbe an der oberen Milde.
- HÖHE: 31 Meter über Normalnull
- FLÄCHE: 20,91 Quadratkilometer
- EINWOHNER: Winkelstedt - 116; Wsutrewe - 68; Faulenhorst - 108; gesamt - 292
- ORTSBÜRGERMEISTERIN: Marion Lansmann
- ORTSFEUERWEHR WINKELSTEDT: Wehrleiter Uwe Ritzmann; LÖSCHGRUPPE WUSTREWE: Wehrleiter Dieter Bessing
- EINRICHTUNGEN: Dorfgemeinschaftshaus Winkelstedt, Gemeindesaal Faulenhorst
- GEMEINDEKIRCHENRAT: Vorsitzende Winkelstedt Ingrid Bösener, Vorsitzender Wustrewe Werner Rickmann, Pfarrbereich Kakerbeck/Kalbe, Pfarrer Dieter Borchert,
- VEREINE: Förderverein für die Kirche Winkelstedt
Zwei Truppen in der Ortschaft
Genau weiß Wehrleiter Uwe Ritzmann nicht, wann die Winkelstedter Feuerwehr gegründet wurde. Das Datum ist nicht überliefert. Aber: Im Gerätehaus steht eine Handdrucksspritze aus dem Jahr 1900. "Deshalb gehen wir davon uas, dass es seit dme Jahr eine Feuerwehr in Winkelstedt gibt und wir haben 2000 auch das runde Jubiläum gefeiert", so der Wehrleiter.
Heute hat die Ortsfeuerwehr der Einheitsgemeinde Kalbe 24 Mitglieder, davon 18 Einsatzkräfte. Im 2000 gebauten Gerätehaus steht ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24). Durchschnittlich drei bis vier Mal im Jahr rücken die Aktiven aus. Oft werden sie wegen ihres Tankfahrzeuges bei Waödbränden mit alarmiert, berichtet der Wehrleiter.
Der Ausbildungsstand in der Wehr könnte aus seiner Sicht besser sein, wie er sagte. Die Truppe habe Nachwuchssorgen. Viele Mitglieder seien älter oder so intensiv in den Arbeitsprozess eingebunden, dass es mit Qualifizierungsmaßnahmen schwierig sei. Geübt wird an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat.
Kinder und Jugendliche aus Winkelstedt und Wustrewe, die sich für die Feuerwehrarbeit interessieren, sind in der Jugendwehr Kakerbeck organisiert. "Das klappt dort konzentriert besser, als wenn jeder mit nur wenigen Kindern arbeitet", so der Wehrleiter.
Für die zwölf Aktiven des Wustrewer Löschzuges der Winkelstedter Wehr ist Dieter Bessing der Chef. Sein Stellvertreter ist Siegfried Duhm. Insgesamt hat die Wustrewer Truppe 20 Mitglieder. Ausgerüstet ist sie mit einem Löschfahrzeug der Marke Robur und einem Tragkraftspritzenanhänger.
Die Wehrmitglieder bringen sich ins gesellschaftliche Leben ihrer Orte ein, wie etwa mit dem Ausrichten des Osterfeuers oder dem Maibaumaufstellen.
Ein Verein für Dorf und Kirche
Winkelstedter engagieren sich für ihr Gotteshaus
Das die kleine Fachwerkkirche in Winkelstedt sich wieder als ein Kleinod altmarktypischer Gotteshäuser präsentiert, ist einigen engagierten Winkelstedtern zu verdanken. Neben den wuchtigen romanischen Wehrkirchen und den vielfach im 19. Jahrhundert entstandenen neogotischen oder neoromanischen sakralen Neubauten, zeigt sie den im 18. Jahrhundert in der Altmark verbreiteten Fachwerkbaustil. Die Bauweise bedingt aber auch, dass in regelmäßigen Abständen Reparaturarbeiten an Gebälk und Gefachen ausgeführt werden müssen. 2004 stellte der Gemeindekirchenrat deshalb Anträge auf Förderung für die Sanierung des Gotteshauses. 2006 wurden sie bewilligt und 2007 konnte für eine Summe von 22 000 Euro mit ersten Arbeiten begonnen werden. In jenem Jahr gründete sich auch ein Förderverein für die Dorfkirche, denn es wurde schnell deutlich, dass weitere umfangreiche Sanierungsarbeiten erfolgen müssen. 15 Gründungsmitglieder sorgten dafür, dass der Verein 2008 ins Vereinsregister eingetragen und damit arbeitsfähig wurde.
"Verein und Gemeindekirchenrat bilden eine Symbiose. Vereine haben andere Möglichkeiten, Fördergeld zu beantragen", erklärt sie Gemeindekirchenratsvorsitzende von Winkelstedt, Ingrid Bösener. Sie ist gleichzeitig als Schriftführerin Vorstandsmitglied im Verein. Weiterhin gehören der Vorsitzende Uwe Ritzmann, sein Stellvertreter Jörg Rahmsdorf und Schatzmeisterin Silke Uhde zur Vereinsspitze.
Mit Unterstützung aus verschiedenen Fördertöpfen wie von Lotto-Toto und aus der Dorferneuerung, einer größeren Summe von der Gemeinde und mit Mitteln aus dem Kirchenbaulastfonds gelangen die Dach- und Turmsanierung. "Natürlich haben wir auch nicht unerhebliche Eigenmittel beigesteuert. Und viele Winkelstedter haben für ihre Kirche gespendet. Es war wirklich toll, was da zusammen gekommen ist", sagt die Kirchenälteste.
Zudem hätten die Vereinsmitglieder und viele weitere Winkelstedter bei kleinen Arbeiten, wie dem Streichen der Fugen, und bei mehreren Aufräumaktionen geholfen. Dieses Engagement der Winkelstedter zeige, dass die Investitionen in das Gotteshaus gewollt seien. "Die Kircheb gehört eben zum Dorf", so die Kirchenratschefin. Die Vereinsmitglieder wollen sich aber auch für das Dorfleben einsetzen.
Als Nächstes soll die Fachwerkwand der Kirche zum Dorfplatz saniert werden. "Die Unterstützung des Kirchenbauamtes dabei könnte größer sein", merkte der Vereinsvorsitzende an. Ein Schock sei für die Vereinsmitglieder die Auflage der Denkmalbehörde, für Malerarbeiten ein Gutachten von rund 2500 Euro anfertigen zu lassen. Deshalb sei das Vorhaben erst einmal zurück gestellt.
Quelle: Volksstimme (Serie: "Kalbes schöne Dörfer")
Wustrewe liegt an alter Poststraße
Burg vom 11. bis 13. Jahrhundert
Wer hätte dem kleinen Wustrewe das zugetraut? Der Ort war einst ein beliebter Stopp für Reisende auf der alten Poststraße. 1683 wurde in dem Dorf auf Befehl des Kurfürsten eine Postwärterei mit Ausspann, Wechsel der Zugpferde und Übernachtungsmöglichkeiten eingerichtet. 1871 wurde die Straße zwischen Wustrewe und Kakerbeck gebaut und dabei wurden auch Steine von der Ruine der einstigen Burg zwischen Wustrewe und Winkelstedt verwendet, die vom 11. bis 13. Jahrhundert dort stand. Sie war 40 mal 40 Meter groß und hatte einen Rundturm.
Vor dem Straßenbau war die Strecke in dne Nachbarort Kakerbeck so schlecht, dass die Postkutsche dort regelmäßig stecken blieb und die Bauern sich mit Herausziehen ein Zubrot verdienten.
Wustrewe wurde 1349 das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Kirche aus dem Jahr 1783 hatte einen Vorgängerbau. Wertvoll ist der Altar aus dem Jahr 1697.
Auch die Winkelstedter Fachwerkkirche ist ein besonderes Baudenkmal. Sie wurde 1790 gebaut und vom damaligen Patronatsherren Ludolf von Alvensleben finanziert. Die Glocke in dme Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1789. Die Form des Ortes als Rundling lässt darauf schließen, das Winkelstedt slawischen Ursprungs ist und zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert gegründet wurde.
Der jüngste der drei Orte ist Faulenhorst. Er wurde von Menschen besiedelt, deren Dorf zwischen Winkelstedt und Wernstedt aus unbekannten Gründen aufgegeben wurde.
Die Kirche wurde in den 1930er Jahren gebaut und ist eine der wenigen Kirchen - im ehemaligen Bezirk Magdeburg sind es zwei - die einer politischen und nicht einer kirchlichen Gemeinde gehören. Bis zum Bau des Gotteshauses hatten die Faulenhorster Sitze in der Wernstedter Kirche.
Quelle: Volksstimme (Serie: "Kalbes schöne Dörfer")
Wissenswertes
Zwischen Winkelstedt und Faulenhorst kann man die Brutkolonie der Graureiher im Kiefernwald beobachten.
Aus Hessen in die Altmark
Faulenhorsterin ist mit außergewöhnlicher Geschäftsidee im Tourismus erfolgreich
Eine Faulenhorsterin hat eine in der Altmark einmalige und eher außergewöhnliche Geschäftsidee mit Leben erfüllt. Sie bietet Planwagentouren in der Region an. Auch Menschen, die noch nie mit Pferden zu tun hatten, lenken dabie in ihrem Urlaub brave Kaltblüter über Feldwege und Straßen. Jetzt im Winter haben die Pferde Ferien.
"Die freie Zeit haben sich die Pferde verdient", sagt Nenny Albold. Die Faulenhorsterin bietet seit gut fünf Jahren Planwagentouren an. Die Idee findet immer mehr Anklang, vor allem bei Stadtmenschen. Sie sind begeistert von der Altmark, der beschaulichen Geschwindigleit des von einer Pferdestärke gezogenen Gefährts und dem ruhigen Klipp-Klapp der Pferdehufe, wie sie vielfach in das Gästebuch auf der Internetseite von Nenny Albold geschrieben haben.
Ihre Pferde sind fünf stämmige Kaltblüter. Das Ziehen der Planwagen mache ihnen gar nichts aus, auch nicht, jeden Tag etwa 15 Kilometer von einer Station zur nächsten zu laufen. Ihre Kaltblütigkeit, sprich Gemütsgeduld, müssen die Pferde unter Beweis stellen, wenn immer wieder fremde Menschen mit ihnen umgehen und davon einige, die höchstens schon einmal auf einem Rummelpony gesessen haben und die Vierbeiner vornehmlich aus Westernfilmen kennen, berichtet Albold.
"Wir können für die Touren nur Pferde nehmen, die absolut verlässlich sind", erzählt die Faulenhorsterin. Verlässlich bedeutet in dem Fall, dass die Pferde ihrem normalen Verhalten - als Herdentiere ihr Heil in Flucht zu suchen - abschwören. Nichts darf sie erschrecken, und wenn sie doch einmal scheuen, dürfen sie nicht einfach loslaufen, denn das würde die Laien an den Leinen überfordern.
Bis jetzt sei noch jeder mit ihren braven Dicken zurechtgekommen, berichtet die Faulenhorsterin. Die stolzen Kommentare der Planwagenfahrer bestätigen dies. Nach einer gründlichen und ausführlichen Einweisung startet die jeweilige Tour, wobei es auf den ersten Kilometern noch fachkundige Begleitung gibt, aber irgendwann sind die Abenteurer allein in den Weiten der Altmark unterwegs. Gut ausgeklügelte Routen, übersichtliches Kartenmaterial und Stationen, an dennen die Planwagenfahrer und ihre Zugtiere rasten können sorgen für einen entspannten Urlaub. Falls etwas Unvorhergesehenes passiert, gibt es eine Telefonnummer, unter der Nenny Albold immer zu erreichen und dann sofort für die Planwagenfahrer da ist.
Auf die Idee mit den Planwagenfahrten ist sie aus eigenem Erleben gekommen. Mit ihrer Familie machte sie im Urlaub solche Touren in Irland. Nach Irland dürfe aber niemand seine Hunde mitnehmen. "Und viele Leute wollen ihre Hunde im Urlaub dabei haben", so Albold. Gemeinsam mit einer Freundin hat sie deshalb in Apenburg das projekt mit Unterstützung aus EU-Fördertöpfen aufgebaut. "Es gibt kaum ein Gebiet in Deutschland, in dem es so viel Gegend gibt", sagt die 52-Jährige mit einem Schmunzeln und spielt damit Weitläufigkeit und dünne Besiedlung der Altmark an. Genau das lieben auch sie und ihre Familie an ihrer Wahlheimat. Aus Hessen kamen sie vor 15 Jahren nach Faulenhorst und fühlen sich seit langem dort heimisch. Ein Bauernhof mit einem altmarktypischen Fachwerkhaus sind ihr Zuhause.
Quelle: Volksstimme (Serie: "Kalbes schöne Dörfer")
Jugendarbeit wird großgeschrieben
Feuerwehr gibt es seit 77 Jahren
Die Wernstedter Feuerwehr wurde 1933 gegründet. Wehrleiter ist Volker Rakow. 27 aktive Mitglieder wirken in der Wehr mit, davon acht Frauen. Sie sind mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) und einem Mannschaftstransportfahrzeug ausgestattet.
Sehr viel Wert wird schon immer auf die Jugendarbeit gelegt. Zum 15. Mal richteten die Wernstedter Wehrleute in diesem Jahr den Pokallauf für die Jugendwehren im Gebiet des Gardelegener Feuerwehrverbandes und darüber hinaus aus. Für die Jungen und Mädchen der Wernstedter Jugendfeuerwehr ist Diana Pennigstorff die Ansprechpartnerin. Jeden Freitag treffen sie sich um 16 Uhr am Gerätehaus, um zu üben und etwas Neues zu lernen. Dabei gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Kalbenser Jugendwehr. Wer mitmachen möchte, ist immer Freitags zur genannten Zeit willkommen.
Einen guten Kontakt halten die Wernstedter zu ihrer Partnerfeuerwehr in Duttenstedt bei Peine in Niedersachsen. Es gibt regelmäßige Treffen mit einem intensiven Erfahrungsaustausch.
Quelle: Volksstimme (Serie: "Kalbes schöne Dörfer")
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