Punkt 5
Punkt 5: Auch für die Erreichung der Klimaschutzziele auf globaler, europäischer und nationaler Ebene spielen die Kommunen eine wichtige Rolle. Neben der Erzeugung von erneuerbarer Energie sind hier auch die Themen Energieeinsparung und Energieeffizienz von besonderer Bedeutung.
Nicht nur in kommunalen Gebäuden und in öffentlicher Infrastruktur wird Energie verbraucht. Auch die Bewohner, das Gewerbe und die Industrie in einer Gemeinde verbraucht Energie, genauso wie die zahlreichen Fahrzeuge.
Durch gemeinsame Anstrengungen, so zeigen Klimaschutzkonzepte anderer Regionen, können zwischen 20 und 30 Prozent Energie eingespart werden.
Und hier ist nur von Maßnahmen die Rede, die wirtschaftlich sinnvoll sind, das heißt, die sich innerhalb von zwei bis fünf Jahren amortisiert haben oder gar keine Investitionen benötigen, sondern durch Verhaltensänderungen zu erreichen sind.
Auch diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass Kosten gesenkt und regionale Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Die Stadt Kalbe (Milde) verfügt bereits heute über ein Klimaschutzteilkonzept, welches im Ergebnis zahlreiche kommunale Gebäude hinsichtlich der Energiesparpotenziale genau analysiert, technische Möglichkeiten aufgezeigt und nächste Verfahrensschritte definiert hat.
Auf die umfangreichen Neubau- und Sanierungsmaßnahmen der Stadt (Rathaus, Kulturhaus, Sporthalle, Grundschule) hat dies bereits Einfluss gehabt und entsprechende Effekte gesetzt.
Die Anschaffung eines werbefinanzierten Elektrofahrzeuges für den kommunalen Bauhof soll als erster Schritt begriffen werden, im Rahmen des finanziell möglichen unter Umständen die Fahrzeugflotte der Stadt entsprechend neu auszurichten.
Ferner ist es bereits gelungen, im engen Zusammenwirken mit der Grundschule in Kalbe (Milde), auch unsere jüngsten Mitbürger für den bewussten und gezielten Umgang mit Energie zu gewinnen.
Die Energiespar-AG der Grundschule hat über spezielle, einfache aber sehr wirksame Methoden, über die Immobilie Grundschule hinaus auch in anderen öffentlichen Einrichtungen die Menschen sensibilisiert und wahrnehmbare Einsparergebnisse produziert.
Zu vernachlässigen ist bei der Reduzierung der Energieverbräuche natürlich auch nicht der Begleiteffekt – die Absenkung von Immissionen.
Dies korrespondiert hervorragend mit dem Vorhaben der Stadt, den staatlich anerkannten Erholungsort Kalbe (Milde) weiterzuentwickeln zum Luftkurort.
Der nächste Schritt in diese Richtung wird die Erstellung eines integrierten kommunalen Klimaschutzkonzeptes für die Einheitsgemeinde sein.
Der Stadtrat hat beschlossen, sich an der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu beteiligen, und hat einen Förderantrag zur Erstellung eines integrierten kommunalen Klimaschutzkonzeptes im März 2011 gestellt.
Die Bewilligung des Förderantrags steht kurz bevor.
Ziel des Vorhabens ist es, unter Bürgerbeteiligung einen Fahrplan für Klimaschutzmaßnahmen in der Kommune zu erstellen, der unter Beteiligung der Bürger,
der Unternehmen und der Verwaltung sowie der Politik erarbeitet werden soll.
Die Entwicklung der Stadt Kalbe (Milde) zu einer 100%-Erneuerbaren-Energien-Gemeinde mit Vorbildcharakter für die Altmark und Sachsen-Anhalt soll mit dem Vorhaben unterstützt werden.
Dazu haben wir ab Vorhabensbeginn 8 Monate Zeit.
In einem ersten Schritt wird für die Einheitsgemeinde eine Energie- und CO2-Bilanz erstellt, die die Verbrauchssituation in den einzelnen Sektoren (also Strom, Wärme und Verkehr) und Bereichen (also kommunale Liegenschaften, private Haushalte, Wirtschaft und Verkehr) darstellt.
In einem zweiten Schritt werden dann die Chancen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen entwickelt, das heißt die Potenziale abgeschätzt und ein Klimaschutz- und ein Referenzszenario für die Einheitsgemeinde entwickelt.
In einem dritten Schritt werden dann unter Beteiligung der Bürger, Unternehmen, der Verwaltung und der Politik Ziele zur Verminderung der CO2-Emissionen entwickelt, die mit konkreten Maßnahmen hinterlegt werden.
Zusammen mit einem Konzept für die Zielüberprüfung und die Öffentlichkeitsarbeit ergibt sich daraus ein integriertes kommunales Klimaschutzkonzept, das als verbindlicher Fahrplan für die Einheitsgemeinde vom Stadtrat beschlossen werden soll, um es dann Stück für Stück in den nächsten Jahren umzusetzen.
Somit kann nicht nur eine zukunftsfähige Ausrichtung der Einheitsgemeinde aus eigenen Quellen, sondern auch eine zwingend notwendige Imageaufwertung der Region gelingen.
Wir sind als Kommune bei den dargestellten Anstrengungen in guter Gesellschaft: Über 100 Regionen haben sich bereits zum Ziel gesetzt, sich zu 100% aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Über 1.400 Kommunen oder kommunale Zusammenschlüsse haben sich bereits an der Klimaschutzinitiative beteiligt.
Erneuerbare Energien und Klimaschutzmaßnahmen können als wirtschaftlicher und sozialer Motor für die Region dienen und dazu beitragen, die Gemeinde für die Zukunft stark zu machen. Diese Chance wollen wir nutzen.
Das Klimaschutzkonzept soll uns hierfür den richtigen Weg weisen.











